RandKunst "reloaded"

In Kooperation mit der Lebenshilfe veranstalteten wir am 16. November 2011 wieder eine Vernissage zu einer RandKunst-Ausstellung mit Bildern junger Künstler mit Handikap.

RandKunst ist eine Marke der Lebenshilfe, welche junge talentierte Menschen mit Behinderung dabei unterstützt und dabei begleitet, ihre gestalterischen Talente zu entfalten.

 

Emanuel Calise

Die jungen Künstler mit Handikap

 

Emanuel Calise, Hans Dröbl, Moritz Mittelbach, Max Nemeczek, Birgit Plazer, Peter Prager, Mario Spuller und Thomas Ulrych

 

überraschten wieder mit beeindruckenden Exponaten. Und wie bereits bei der letzten Vernissage am 8. Juni 2011 wechselte bereits am Tag der Austellungseröffnung der Gutteil der Bilder seinen Besitzer.

 

Nicht umsonst hatten wir den Zeitpunkt für diese Vernissage bzw. Ausstellung Mitte November gewählt; wir wollten so den Besuchern auch die Möglichkeit geben, das richtige Geschenk für das bevorstehende Weihnachtsfest zu kaufen: ein berührendes Bild von besonderen Menschen. Ein Bild, ein Kunstwerk, das auch noch in vielen Jahren echte Freude bereitet.

 

 

 

Die RandKunst-Künstler

 

 

Emanuel Calise

„Ciao bella, mammamia!“

Seit 2008 ist Emanuel in der Randkunst Gruppe der Lebenshilfe tätig. Er zeichnet mit Vorliebe expressive Frauengestalten und Frauenakte, und führt diese am liebsten mit Bleistift und Pastellkreiden aus. Über sein liebstes Motiv spricht er auch sehr gerne, meist indem er sich eine Partnerin an seiner Seite wünscht, die ihm ohne Zweifel auch Muse für seine künstlerische Arbeit wäre. Als Halbitaliener trägt er sein Herz auf der Zunge oder in seinem Fall auch auf dem Pinsel. Emanuel bringt zum Ausdruck, was er fühlt. Dabei dient ihm der weibliche Körper als Inspiration und unterstützt seine Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität. In seinen Arbeiten bezieht er sich auf ein Thema, das in der Kunst schon immer einen wichtigen Stellenwert hatte, gesellschaftlich polarisierend diskutiert, abgelehnt und befürwortete wurde. Emanuel präsentiert es in einem vielleicht ungewohnten Kontext, aber mit viel Gefühl und Leidenschaft, in seinem sehr persönlichen künstlerischen Schaffen.
Sein charmantes aber auch direktes Auftreten sorgt für Aufsehen und belebt sein Umfeld. Er nimmt sich kein Blatt vor den Mund – stattdessen zeichnet er darauf.

 

 

Hans Dröbl

„Schen,… aber teuer!“
Hans Dröbl ist seit 2010 ein noch junges Mitglied der Künstlergruppe Randkunst in Graz. Noch ist es schwierig Hans in seiner künstlerischen Arbeiten einem Stil zu zuordnen. Hans ist an sehr vielen Dingen interessiert, er malt und zeichnet, er hört gerne Musik und borgt sich DVDs aus. Seine Vielseitigkeit ist seine große Stärke, zugleich aber hindert sie ihn auch ein wenig dabei, einen ganz eigenständigen Stil zu entwickeln. Er verschießt sich keiner neuen Technik oder Methode, sondern sucht noch nach dem für ihn passenden Mittel des Ausdrucks. Sein Entdeckergeist und seine Neugierde treiben ihn an und so entstehen sehr viele Werke, mit denen er sich seiner persönlichen Kunst immer weiter annähert. Eines beschäftigt Hans ganz besonders und das ist der Wert seiner Kunst. Dieser Wert aber lässt sich nicht nur in Zahlen berechnen, vor allem liegt er in der Energie und Freude mit denen Hans seine Bilder gestaltet. Schön sind sie und sehr, sehr teuer, also!

 

 

Moritz Mittelbach

„Schau was ich da hab…!“
Moritz ist seit September 2007 in der Malwerksatt Randkunst in der Anzengrubergasse in Graz tätig. Er ist ein großer Autofan und fertigt Bilder von verschiedenen Autos aus seiner ganz persönlichen Sicht an, die meist einer individuellen und originellen Perspektive folgen.  Lässt man sich seine Bilder erklären, wird man in eine Welt geführt, die erfüllt ist von hellem Scheinwerferlicht, glänzenden Felgen und riesigen Porschezeichen.
Auch die Fotografie zieht Moritz als ein Ausdrucksmittel heran. In seinen Fotografien nimmt Moritz ungewohnte Perspektiven ein, die es dem Betrachter ermöglichen Alltägliches neu zu entdecken. Dieser veränderte, ungewohnte Blickwinkel prägt seinen persönlichen Stil innerhalb seiner Kunst, egal ob er dies in einer Malerei oder Fotografie umsetzt.

 

 

Max Nemecek

„Die werden Augen machen!“
Max ist seit 2005 ein Mitglied der Randkunst Malwerkstätte in Graz. Seinen persönlichen künstlerischen Ausdruck hat er kontinuierlich weiterentwickelt und ist so zu seinem unverwechselbaren Stil gelangt. Zu seinen Lieblingsmotiven zählen kleinteilige, geometrische Architekturelemente, wobei er sich dabei künstlerisch meist auf Grazer Bauwerke bezieht, und farbenfrohe, phantasievolle Tierdarstellungen. Seine Arbeiten führt er meist mit Lackstiften auf Leinwand aus. Ruhe und Konzentration sind ihm bei seiner Arbeit sehr wichtig. Dies findet er vor allem in der Musik, die ihm hilft, zur Ruhe zu kommen, auch dann wenn es in der Werkstatt schon einmal turbulent zugeht. Gerade dann vertieft sich Max in seine Welt, die, zwischen Musik und Malerei, auf der Leinwand entsteht. Sein heiteres und offenes Wesen macht ihn zu einem beliebten Kollegen in der Werkstatt. Mit Hingabe und Freude berichtet er Besuchern über seine Arbeit und präsentiert seine Werke. Jede weitere vollendete Leinwand motiviert ihn zu neuen künstlerischen Taten, in die er sich motiviert und freudig stürzt.

 

 

Birgit Plazer

„Gerne Malen“
Birgit arbeitet seit Jänner 2010 in der Textilwerkstatt. Sie nutzt jedoch gerne das Angebot, einmal wöchentlich in der Malwerkstatt kreativ tätig zu sein. Wenn sich Birgit an die Arbeit macht, lässt sie sich von nichts ablenken. Am liebsten malt sie mit Tusche oder zeichnet mit Kreiden. Ihr Stil ist von starker Impulsivität und expressiver Strichführung gekennzeichnet. Birgit hat eine genaue Vorstellung von dem was sie zeichnet oder malt. Für sie ist es das erste Mal, dass sie bei einer Ausstellung der Randkunstkünstler, als Gast vertreten ist. Birgit steht unter den sieben Künstlern ihre Frau und bringt ihre persönliche Ausdrucksform in die Gruppe ein.

 

 

Peter Prager

„Peter-Künstler"
Seit es die Malwerksatt in der Anzengrubergasse gibt, ist Peter ebenda als Künstler tätig. In dieser Zeit hat Peter seine eigene Arbeitsroutine gefunden. Wenn er in der Werkstatt eintrifft gibt’s erst einmal eine große Tasse Kaffee und dann geht's an die Arbeit. Seine Werke sind abstrakte, farbintensive Kompositionen, für die er sich lange Zeit nimmt. Peters Bilder entstehen in einem Prozess in dem er meist viele Farbschichten übereinander legt. Manchmal übermalt Peter auch seine Bilder und gibt ihm dadurch eine ganz neue Wirkung. An manchen Tagen ist Peter in die Kunst vertieft, an anderen Tagen möchte er lieber spazieren gehen oder musizieren. In seiner künstlerischen Tätigkeit braucht Peter einfühlsame Begleitung, die es ihm ermöglicht, sein kreatives Potential zu entfalten.

Mario Spuller

„Da parkt a Porsche!“
Mario ist seit Beginn 2011 in der Werkstatt tätig und somit das jüngste Mitglied von Randkunst Graz. Mario ist beim Arbeiten sehr konzentriert und hat in der kurzen Zeit in der Malwerksatt abreitet, bereits viele Bilder geschaffen. Vor allem interessieren ihn Autos. Egal ob Geländewagen, Cabrio, Limousine oder Bus, Mario zeichnet und malt sie alle. Auf eine bestimmte Technik konnte er sich bisher noch nicht festlegen, wobei sich die Grafik immer deutlicher durchsetzt. Auch in der Gruppe hat sich Mario schnell eingelebt und teilt nicht nur seine Begeisterung für Autos, sondern auch seinen Arbeitsplatz mit Moritz. Mario ist auf dem Weg seine Eigenständigkeit zu entwickeln, dafür wird ihm Raum und Zeit gegeben. Sein Fleiß und sein Offenheit zeichnen ihn aus und unterstützen seine künstlerische Entwicklung.

 

 

Thomas Ulrych

„I werd heit arbeiten - aus!"
Am Anfang des Jahres 2005 wurde Thomas Mitglied der Malwerkstatt Randkunst. Sein Schwerpunkt liegt in der Grafik. Für seine Arbeiten verwendet er am liebsten Stifte oder Kreiden und Karton als Bildträger. Seine Motive variieren, häufig begegnen dem Betrachter seiner Bilder aber Querschnitte von Häusern, die mit ihren vielen Etagen und Wänden ein grafisch attraktives Bilderlebnis bieten. Die vielen Striche, ob senkrecht oder waagrecht lassen den Blick beim Betrachten nicht abschweifen, sondern geben manchmal richtige Wahrnehmungsrätsel auf. Auch Thomas befasst sich mit Dingen, die er erlebt und die ihm im Alltag begegnen. Ob Häuser, das Moped eines Freundes, seine verstorbene Katze, oder ein Rettungswagen, in seiner Arbeit nimmt er immer Bezug auf persönliche Erlebnisse oder Situationen aus seinem Leben.
Thomas hat seinen eigenen Kopf, er macht, was ihm passt. Darin liegt aber auch ein großes künstlerisches Potential. Sein Temperament spiegelt sich auch in seinen Arbeiten wider, wo individuelle Strichführung und Malweise jene Eigenständigkeit besitzen, die seine Bilder auszeichnen.