Die erste Verkostung einer ganzen Reihe von Top-Tastings fand am

 

16. Februar 2013

 

statt. Am Programm standen dabei Top-Rotweine mit Kultstatus aus Italien.

 



Wir starteten bei dieser Verkostung in Alto Adige (Südtirol) und da gleich auf Top-Level: mit dem Terroirspezialisten Alois Lageder. Der erste Wein dieses Tastings war der hervorragende Pinot noir "Krafuss", ist doch Lageder besonders für diese schwierige Traubensorte international bekannt und begehrt.

 

Nach dieser bombastischen Eröffnung ging es weiter ins Trentino zur ungekrönten Königin des italienischen Weinbaus. 

Elisabetta Foradori hat einer alten autochtonen Rebsorte aus dem Trentino zu neuem Glanz und zu neuer Blüte verholfen - dem Teroldego. Dieser Wein war früher am Kaiserhof in Wien sehr begehrt. Und Foradoris "Granato" - aus ebendieser Traubensorte - ein großer Genuss.

 

Im Anschluss ging es ganz in den Süden nach Sizilien zur Tenuta delle Terre nere. Marco de Grazia vinifiziert großartige Weine aus den autochtonen sizilianischen Traubensorten Nerello Mascalese und Nerello Capuccio, deren Stöcke ausschließlich auf Vulkangestein auf bis zu 1.000 Metern Seehöhe gedeihen. Es war sehr spannend, Grazias Etna Rosso Calderara Sottana zu verkosten und man hatte nicht den Eindruck, dass dieser Wein von Sizilien stammt, sondern eher aus dem Burgund: reife Tannine, frische Säure und extrem vielschichtige Aromen.

 

Danach stand die Fattoria Nittardi aus der Toskana mit einem sensationell weichen und aromatischen Chianti Classico Riserva auf dem Programm. Seit 1982 gehört das Weingut dem Frankfurter Galeristen und Verleger Peter Femfert und seiner Frau Stefania, die mit viel Einsatz und Enthusiasmus dieses Weingut zu einem der besten der Toskana gemacht haben.

 

Auch der nächste Wein kam aus der Toskana - diesmal ein Supertuscan. Und zwar der berühmte "Le Serre Nuove dell’Ornellaia" von der kultigen Tenuta Ornellaia in Bolgheri. Diese Bordeaux-Cuvée aus handverlesenem Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Petit Verdot sowie eine 15 Monate Lagerung im kleinen Holzfass war sicherlich ein weiteres Highlight dieser Verkostung.

 

Als krönenden Abschluss trafen wir letztendlich im Piemont auf den 30 mal ohne Unterbrechung mit 3 Gambero Rosso-Gläsern ausgezeichneten Giorgio Rivetti vom Kult-Weingut "La Spinetta". Sein Barbaresco Valeirano war Robert Parker sage und schreibe 96 Punkte Wert! Und schon das Etikett zeigt, welch ursprüngliche Kraft dieser Wein hat, wählte Rivetti doch nicht umsonst das Rhinozeros von Dürer als "Wappentier". Und so war auch der Wein. Kräftig mit feiner, konzentrierter Frucht und weichem, sehr gut eingebundenem Holz und außerordentlich vielschichtig. Ein würdiger Wein, um diese Verkostung abzuschließen.

 

Präsentiert und kommentiert wurde diese Weinverkostung von Weinakademiker Philipp Schäffer. Und der Kreis Wein-affiner und -interessierter Gäste ließ sich von Philipps Begeisterung mitreißen und der eine oder andere ließ sich sogar davon überzeugen, dass man für Spitzweine doch ein wenig Geld in die Hand nehmen muss.